Hamburg

Trotz(t) Corona: die freie und Hansestadt Hamburg

Hamburg ist eine größere Stadt in Norddeutschland. Manche nennen sie gar 'Elbmetropole'. Wer wohlmeinend ist, könnte eine derart verwegene Fehleinschätzung damit entschuldigen, dass diese Menschen in ihrem Leben möglicherweise noch nie eine TATSÄCHLICHE Metropole besucht haben ...

Dennoch gibt es viel Skurriles, Nachdenkenswertes und hier und dort auch Liebenswertes in der Hansestadt zu entdecken, wobei diese Seite gerne behilflich ist. Ebenfalls will sie versuchen, die spätestens seit der Wiederwahl von Bundespräsident Steinmeier immer weiter um sich greifende Spaltung der Gesellschaft in 'gut' und 'schlecht' einzudämmen, indem sie darauf hinweist, dass es in Hamburg nicht nur Schlimmes gibt, wie etwa den FC St. Pauli, Barbara Schöneberger, den NDR oder die Hafencity, sondern eben auch Erfreuliches, wie etwa den HSV, Rocko Schamoni, das DESY oder die Strandperle.

Hamburg-Rissen

Häufig werden der Stadtteil als öde und seine Bewohner als senil beschrieben. Aber diese Einschätzung wird Rissen nicht vollständig gerecht. Der Elbvorort ist vielleicht weniger hip aber deswegen noch lange nicht weniger wichtig als etwa Ottensen, das Schanzenviertel oder St. Pauli mit seiner Reeperbahn, von der niemand genau erklären kann, warum sie eigentlich so beliebt ist.

Dennoch muss Rissen politisch und medial zurückstecken: Der westlichste Elbvorort Hamburgs hat in der öffentlichen Wahrnehmung keinen leichten Stand und ist häufig Spott und Hähme ausgesetzt. Ja, Rissen ist unbestreitbar weniger bedeutend als Blankenese, die neue Hafencity oder Eppendorf, für die sich Politik und Medien immer wieder auf´s Neue interessieren. Aber dennoch findet auch hier jeden Tag Leben statt - mit Freude, Harmonie, Alltagsroutine, Kummer und Leid.

Hamburg-Winterhude

In einer bescheidenen Villa im heruntergekommenen Hamburger Stadtteil Winterhude unweit eines trüben Tümpels namens 'Alster' betreibt eine nette Dame seit einigen Jahrzehnten ein Hörspielstudio, in dem über die Grenzen des wasserreichen Stadtstaates hinaus Stücke um hochmotivierte Jungdetektive und allerlei Fantasiegestalten ihren Weg in die Kinder-, Eltern- und Seniorenzimmer der Republik fanden.

Körting hatte in ihrer Sozialisation einige Vorteile der Emanzipation registriert ohne jedoch persönlich darauf angewiesen gewesen zu sein, denn sie kann sehr gut mit Männern arbeiten. Auch hatte sie als Frau nie das Gefühl des Ausgeschlossenseins nach dem Motto "Du nicht !".

Hamburg-Bahrenfeld

Noch in den frühen Achtziger Jahren haben junge Leute mit Geschmack sehr viel leiden müssen, wenn sie Musiksendungen im Radio hörten oder im Fernsehen sahen. Auch in den Schallplattenläden und selbst den Diskotheken und Clubs sah es nicht viel besser aus: die Populärmusik und auch die populäre Avantgardemusik waren gnadenlos gitarrenlastig und analog. Mitte der Achtziger Jahre wurde elektronische Musik allmählich immer markt- und massentauglicher. In Hamburg hatten sich inzwischen 'Boytronic' von Holger Wobker und Peter Sawatzki einen Namen als ernstzunehmende Electro-Wave-Band gemacht.

Somit war der Boden im Jahre 1989 ausreichend bereitet als die Jungspunde der Formation 'Abortive Gasp' sich im Hörsaal von DESY in Bahrenfeld daran machten, ihre stümperhaften Ideen einer Fusion von Punk- und Tanzmusik ungestört auszuprobieren und aufzuzeichnen. Der Name der Band erschien seinerzeit provokativ. Niemand ahnte damals, dass er bezüglich seiner Brisanz nur wenige Dekaden später mit Leichtigkeit von Bezeichnungen wie 'Feine Sahne Fischfilet', vor denen selbst ein willfähriger Bundespräsident salutiert, bei weitem übertroffen werden würde.

mit freundlicher Genehmigung von DESY/Marta Mayer

Hamburg-Rotherbaum

Die Universität Hamburg mit ihrem Zentralbüro in Hamburg-Rotherbaum ist mit mehr als 42.000 Studenten (Frauen dürfen hier seit über 100 Jahren ebenfalls studieren, in Baden gab es sogar noch einige Jahre früher die ersten Studentinnen) die schönste Forschungs- und Ausbildungseinrichtung im Norden. Als eine der aufgewecktesten Universitäten in Deutschland vereint sie die Orientierung am herrschenden Zeitgeist mit politiknaher Forschung.

Man sollte wegen dieses lediglich für einige wenige allzu kritische Beobachter unrühmlich scheinenden Verhaltens dennoch nicht die Nase über sie rümpfen, denn heldenhafte Taten oder gar Widerstandsgeist liegen einfach nicht in der Natur der hanseatischen Eliten. Wie sonst wäre die Stadt an der Elbe sonst zu ihrem Wohlstand gekommen ? Genau. Richtige Hamburger Deerns und Jungs wissen dies und unternehmen gar nicht erst den Versuch, dieses offensichtliche Manko schönzureden.


Hamburg

Landungsbrücken, Fernsehturm, Schanzenviertel, Flakbunker, Reeperbahn, Hafenanlagen ...


Hamburg-St. Pauli

Anno 2003 legte sich der Sänger und Provokateur Leo Greller mit der Hamburger Medienschickeria an. Vor vierzehn Jahren entging er in einem Berliner Nachtclub knapp der Bekehrung durch drei psychopathische Fans.

Der inzwischen etwas ruhiger gewordene Provokationskünstler Leo Greller gibt sich nunmehr regierungstreu: Er würde weder die sich aufopfernde Luisa-Marie Neubauer, noch den arbeitserfahrenen Kevin Kühnert oder die unterschätzte Annalena Baerbock in irgendeiner Weise kritisieren und so dazu beitragen, die Gesellschaft zu spalten.
Daher scheint es nicht notwendig, sein aktuell in der Hein-Hoyer-Straße geparktes Auto (kein SUV!) aus staatstragenden Gründen anzuzünden.

Hamburg-Eilbek

Gesellschaftskritik von Eilbeker Herkunft jetzt im Hörspiel-Doppelpack: Das Interview mit einer orthodox feministischen Terroristin gerät zum journalistischen Fiasko; der Shopping-Bummel eines wohlstandsverwahrlosten Ehepaares in einem Einkaufscenter an der Mönckebergstraße mündet in philosophische Fragestellungen; die von Gewerkschaften hart erkämpfte betriebliche Mitbestimmung erscheint einem hart geprüften Firmendirektor als reine Pest ...

So kann es sich anhören, wenn man Soziologen freie Hand lässt, ihre kruden Gesellschaftsphantasmen in Hörspiele zu transformieren ! Spätestens nach Michael Gaida ('Apocalypso oder äußerst besorgt, zutiefst befriedigt' u.a.) hätte man dies wissen und wenigstens durch das Hinzufügen schöner Musik für ein wenig barmherzige Entlastung der Zuhörer sorgen können ...

Hamburg-Lurup

An dieser Stelle sollen keine tradierten Vorurteile über deprimierende Wohnsilos, die es insbesondere in der SPD-Hochburg Hamburg massenweise zu fürchten gilt, fortgeschrieben werden. Der Neubau von Einfamilienhäusern ist in der modernen Hansestadt künftig verboten, was politisch gewollt und daher nicht zu hinterfragen ist.

Drum träumen wir uns die Betonburgen und Ghettos jetzt einfach schön - beispielsweise mit Hilfe romantischer alter Märchen, in denen junge, unschuldige und emanzipierte Frauen sich erfolgreich gegen hungrige, männliche und selbstverständlich toxische Wölfe zur Wehr setzen.